Un Canadien errant

Lieblingsalbum

MEINE WAHL

Selbst wenn wir Hunderte von Alben in unserer Musikbibliothek haben, hören wir oft dieselben. Einige haben aus mehreren Gründen bestimmte Momente in unserem Leben markiert oder spiegeln einfach unsere Stimmungen wider. Persönlich ist "Un Canadien errant" die Art von Platte, die ich gerne wieder höre. Dies ist ihre vierte französische LP. Meine Mutter gab es mir zu Weihnachten, als ich sieben Jahre alt war. In Quebec illustrierte sie Nanas allererste Tournee im Januar und Februar 1967 und ist eines ihrer häufigsten Alben. Wenn ich Ihnen meine Wahle vorstelle, werden Sie vielleicht verstehen.

DER DECKEL 

Um ihnen einen ersten Eindruck zu vermitteln, beginnen wir mit dem Cover. Rechts erscheinen die Titel. Türkis, Grün, Gelb und Weiß dominieren. Links sieht man Nana auf einem großen Stein gesessen. Sie trägt einen bläulicheen Kittel, hellgraue Jeans und dunkelblaue Ballettschuhe. Auf der Rückseite, in der Mitte, gibt es ein Foto von einigen Jahren mit den Titeln auf jeder Seite. Und unter zwei empfohlene LPs.

DER INHALT

"Un Canadien errant" wurde von Claude Dejacques produziert. Die zwölf Titel stammen aus mehreren Aufnahmesessions zwischen 1965 und 1966. Tatsächlich es ist dasselbe mit drei verschidenen Liedern von "Le Coeur trop tendre", das den Grand Prix du Disque von der Académie de Charles Cros in Frankreich gewann. Diejenigen, die bis dahin noch nicht ein ganzes Album von Nana gehört hatten, blieben bezaubert von ihrer Emotion und ihrer Bescheidenheit, sich in der Sprache Molières zu singen. Unter den Mitarbeitern gibt es insbesondere André Popp, den berühmten Autor von "Blau wie das Meer", der drei Titel komponierte. Und der Textdichter Eddy Marnay, der die Texte für fünf Lieder geschrieben hat.

SEITE 1

01- Das Album beginnt mit "Un Canadien errant"*, das wir dem Dichter Antoine Gérin-Lajoie schulden. Dieses traurige Lied erinnert an die Deportation der französisch-kanadischen Patrioten von 1837-1838 in andere Länder. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte Nana wahrscheinlich keine Ahnung davon. Aber sie mochte das Thema und die Melodie. Mit nur einer Gitarre als Begleitung führt uns ihre Stimme in eine Poesie, die an die Sehnsucht erwähnt. Trotz der Ansicht ihrer örtlichen Plattengesellschaft hatte Nana Recht, es aufzunehmen. Mit ihrer perfekten Diktion, ihrer Emotion es zu Interpretieren, erkennt man all seine Frische. Wenn wir die Augen schließen, können wir uns die Wellen und die rauschende Strömung leicht vorstellen, wenn der Kanadier seine Freunde fragt zu sagen, dass er sich an sie erinnert.

 

02- "Guantanamera", entlehnt aus der kubanischen Folklore, wurde von Pete Seeger während der Folkzeit populär gemacht und von einer Vielzahl von Sängern gecovert. In Frankreich sind die Versionen von Nana und Joe Dassin die bekanntesten. Man kann denken, dass dies der Titel des Albums ist, das sie am meisten auf der Bühne gesungen hat und das am häufigsten in den Zusammenstellungen enthalten ist. In der Fernsehshows sang sie es oft im Duett. Mit ihrer Stimme, lassen wir uns behutsam desorientieren, wenn sie im Rhythmus einer leicht tropischen Percussion an Exil, Rum und Heimat erwähnt.

 

03- Eddy Marnay schrieb den Texte von "La dernière rose de l’été" zu einer klassischen irischen Melodie. Die Rose wie die des Kleinen Prinzen ist wertvoll und einzigartig. Deshalb sagt sie: « En amour comme en amitié, si ton cœur trouve une rose, cette rose, il faut la garder. ». (In Liebe wie in Freundschaft, wenn dein Herz eine Rose findet, diese Rose, musst du sie behalten). Nana nahm es in vier Sprachen auf und sie sang es auf der Bühne in den ersten Jahren ihrer Welttourneen.

 

04- "Les amours de juillet", eine nostalgische Ballade, erinnert an die schönen Sommertage. Man muss sie schätzen, denn dann bereut man sie. Der Textdichter wählte den heißesten Monat des Jahres, um eine wunderbare Liebe zu veranschaulichen. Wenn der Herbst zurückkehrt, ist der einsamer Strand und die Wellen haben die letzten eingravierte Worte in den Sand gelöscht. Selbst nach Jahrzehnten höre ich es mit der gleichen Freude an, und ich bleibe berührt von ihrer gebrochenen Stimme, die das Wort "juillet" im dritten Vers kennzeichnet.

 

05- "Le cœur trop tendre", der Titel der französischen Ausgabe, ist die haupt Komposition von André Popp. Tatsächlich sang Nana sie in ihren Konzerten im Laufe des Jahres 1967. Jedes Mal, wenn ich die Studioaufnahme anhöre, bin ich von ihrer einzigartige Interpretation gefangen. Ich liebe besonders das Geigen-Duett mit ihrer Stimme, wenn sie zugibt, eine große Sensibilität zu haben. Um mehr von der außergewöhnlichen Tonaufnahme diesen Durchgang beeindruckt zu sein, schalten Sie einfach einen Lautsprecher (den richtigen) aus, und Sie hören nur Nanas. Es ist ziemlich exquisit!

 

06- Unter dem Orangenbaum "L’oranger", singt ein Mädchen für ihr Geliebter. Dieses schöne Lied, schöne Ballade von André Popp, ist besonders von Kindern geschätzt. Bei jedem Refrain begleitet sie ein Chor und bringt uns dazu, uns ihm anzuschließen, indem wir summen und singen. Nana nahm eine italienische Version auf, die noch nicht veröffentlicht wurde.

SEITE 2

01- "Ce n’était rien c’était mon coeur"* ist ein Cover von "To kyparissaki" (Die kleine Zypresse), das den ersten Preis des Festivals des Griechischen Liedes im Jahre 1960 einbrachte. In seiner Originalfassung errinnert Manos Hadjidakis an einen kleinen Baum, der groß werden wird. Seine Musik folgt dem Verlauf des Textes und gewinnt in der zweiten Hälfte an Intensität. Dank seiner Anpassung mit seinem Orchester gelingt Jacques Denjean, es zu einem rythmisches Cha-Cha-Cha zu machen. Claude Dejacques, ihr damalige künstlerischer Direktor, wählte das Thema der Liebe mit dem Wort "coeur". Nanas traurige Stimme vibriert zum Klang hinreißender Musik. Dieser tadellos harmonisierte Kontrast macht wunderschön ein liebevolles und verwundetes Herz. Wir können verstehen, warum sie diese Melodie in fünf Sprachen aufgenommen hat.

 

02- "La colombe" ist eine populäre Anpassung von Schuberts Serenade "Leise flehen meine Lieder", die Nana während ihrer Karriere in der klassischen Version für Fernsehen und auf Platte wiedersingen wird. In dieser ersten Aufnahme wird sie von leichten Instrumenten und einem Chor begleitet. Mit Zurückhaltung und Bescheidenheit erzählt uns ihre Stimme, dass seine Liebe weg ist und sie hofft, dass die Taube, Symbol für Frieden und Hoffnung, ihn bis zu seiner Rückkehr begleitet.

 

03- "Petits enfants du monde entier", komponiert von ihrem Landsmann Mikis Theodorakis, erschient in ihrem letzten griechischen Album "Songs of my country". Der Titel "Vrexi stin ftoxo gitonia" (Es regnet in der armen Nachbarschaft) erinnert an das Elend, dessen Kinder auf der ganzen Welt leiden. Wie in der Originalversion symbolisiert der Regen das Unglück. The Athenians spielen Gitarre und singen. Mit ihrer tiefe Stimmen und die von Nana harmonisiert, gibt es Gründe um uns das Gänsehaut zu geben. Nana hat den Krieg durchlebt und ist weiterhin sehr sensibel mit dem Schicksal der Kinder. Außerdem ist es kein Zufall, dass sie viele Jahre später Botschafterin für die UNICEF wird.

 

04- "Le garçon que j’aimais" ist ein Lied, das uns Tränen in die Augen treibt. Sie erzählt uns von einem Jungen, den sie liebte und der sein ganzes Leben vor sich hatte. Aber die Sachen gingen schief. Gegen Ende wird ihre Stimme dramatisiert, ohne Details anzugeben, außer dass sie ihn vergessen muss. In diesem Fall sollte gesagt werden, dass sie singt wie sie atmet, so sehr, dass ihre sanfte Stimme zärtlich sich erhebt. Laut Daniel Popp, der Sohn des Komponisten, dies ist eines seiner schönsten Lieder seines Vaters.

 

05- "Ses baisers me grisaient"* ist eine französische Adaption eines Erfolgs des Dichters und Musikers Boris Vian aus den 1950er Jahren. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, der nichts über Küssen wusste, aber endlich es gefällt ihn. Mit ihrer üblichen Bescheidenheit ist es eher selten, dass wir sie über berauschende Küsse singen hören. Nana interpretiert es jedoch wunderbar mit ihrem "mmh ...", das sie in jedem Refrain wiederholt.

 

06- Dieses Werk endet mit "Parce que l’amour c’est ça", einem leichten Jazz von Francis Lai, der bekannte Autor von "Love story". In diesem Lied, das bis dahin unveröffentlicht blieb, entdecken wir eine schmachtende Nana, die mit Zurückhaltung erklärt, warum sie verliebt ist. Ein echtes Juwel! Das war ein Lied, das man oft spät abends im Radio hörte.

WARUM DIESE WAHL?

Warum habe ich diesen gewählt? Zunächst für die Aufnahmequalität. Obwohl einige Lieder keine kommerziellen Erfolge waren, sind sie alle schön. Und jedes Mal, wenn ich sie höre, ist es, als würde ich sie entdecken. Ich schätze ihre nüchterne musikalische Begleitung, die nichts an die Interpretation und die Reinheit von Nanas Stimme nicht ändert. Darüber hinaus ist es klarzustellen, dass es aus einer ganz bestimmten musikalischen Periode stammt; das zwischen den Orchestrierungen von Michel Legrand und The Athenians. Das macht es zu einem einzigartigen Album. Außerdem fällt seine Veröffentlichung im November 1966 mit ihrer letzten Tournee mit Harry Belafonte zusammen, die sie darauf vorbereitete, ihre erste Liederabende mit ihren Musikern zu präsentieren.

EIN LIEBLINGS

Seit seiner Übernahme höre ich regelmäßig "Un Canadien errant". Es muss Teil des Lebens vieler anderer sein, da es den Langlebigkeitsrekord für ihre LPs in Kanada hält: 21 Jahre. Wie viele andere folgte es den Trends, indem es in verschiedenen Formaten veröffentlicht wurde: 8-Spur, Kassette und CD-Digipack mit dreizehn Bonustracks. Es ist auch auf Online-Musikseiten verfügbar. Bis bald für ein weiteres Teilen auf einem Lieblingsalbum!

* nur auf der kanadischen Ausgabe.